• 25. Januar 2013
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Ein menschliches Jahr

Eine Mutter und ihr Kind in Takata, eine vom Tsunami im Jahre 2011 zu 90% zerstörte Stadt. Vor ihnen Trümmer und der „Ipo Matsu“ ("Einzelkiefer"), der einzige von 700 Kiefern, der den Tsunami überlebt hat. Er ist zum Symbol der Hoffnung für ganz Japan geworden.

Neu­lich hatte uns ein japa­ni­scher Freund nach seiner Rück­kehr aus Tokio erzählt, dass seine Ange­hö­rigen dort meiden sich ein „gutes“ Jahr zu wün­schen, weil sie befürchten es werde schlimmer als das Vor­he­rige, das sie sich schon als „gutes“ gewünscht hatten.

Das zeigt inwie­fern sich ein „gutes Jahr“ zu wün­schen mehr­deutig sein kann. Für uns ist es oft gleich­be­deu­tend mit Erfolg auf der ganzen Linie, oder zumin­dest keine Kata­stro­phen, Arbeits­lo­sig­keit, Krank­heit, Elend, Gefängnis, fami­liäre Ver­wahr­lo­sung…

Im All­ge­meinen wünscht man sich ein „gutes“ Jahr in der Hoff­nung, dass sich alle erdenk­li­chen Wün­sche erfüllen: Sich guter Gesund­heit erfreuen, einen inter­essanten Job, eine erfül­lende Familie, genü­gend um zu leben, die Mög­lich­keit schöne Reisen zu machen. Im Umkehrschluss bedeutet es auch jemandem zu wün­schen, dass er von Kata­stro­phen, Krank­heiten, Arbeits­lo­sig­keit, Schick­sals­schlägen, Depres­sionen, etc. ver­schont bleibt. Für mich heißt ein „gutes“ Jahr, ein Jahr, das es jedem erlaubt im Wesent­li­chen für sein Mensch­sein zu wachsen: Die Fähig­keit sich von der Rea­lität ent­zücken zu lassen, die Fähig­keit sich selbst hin­zu­geben, sein Leiden offen­zu­legen, sich mit Christus zu ver­ei­nigen…

Ein „gutes“ Jahr kann viel­leicht ein hartes, ätzendes, sogar grau­sames Jahr sein, aber es ist ein Jahr in dem wir zuver­sicht­lich in der Hoff­nung, stark im Glauben und treu in der Liebe bleiben. Ein Jahr in dem wir akzep­tieren zurück­zu­treten um Gott in uns wachsen zu lassen.

Ich wün­sche uns allen ein sehr „gutes“ Jahr! Ein „sehr“ mensch­li­ches Jahr!

P. Thierry de Roucy, Gründer


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